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Entdeckung

Wann das „Nebelloch“ – so nannte man die Nebelhöhle bis weit ins 19. Jahrhundert – entdeckt wurde, weiß heute niemand mehr. Auch nicht, wer sie gefunden hat oder wie.

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1486. Da die Höhle über einen großen, portalförmigen Zugang leicht zu begehen war, muss aber davon ausgegangen werden, dass sie wahrscheinlich schon wesentlich früher bekannt war – und damit viel länger als bisher vermutet.

Seit Menschengedenken bekannt

Der Tübinger Gelehrte Wilhelm Schickardt besuchte 1631 das „Nebelloch“.  Er erwähnt, dass die Höhle seit „Menschengedenken“ bekannt und wahrscheinlich von Hirtenknaben entdeckt worden sei. Genaueres lässt sich über die Entdeckung der Nebelhöhle nicht sagen.

Das Fehlen eines Berichts über die Entdeckung lässt allerdings den Schluss zu, dass die Höhle schon lange bekannt war. So lange, dass sich an ihre Entdeckung niemand mehr erinnern konnte. Die Höhle war immer da gewesen – seit Menschengedenken eben.

Eine „neue“ Nebelhöhle

Die Entdeckung der „Neuen Nebelhöhle“ lässt sich dagegen genau datieren. Von Stuttgart aus machten am 7. März 1920 Willi Kopp und Karl Rau einen Motorradausflug. Sie wollten die Brunnensteinhöhle unterhalb von Schloss Lichtenstein erforschen, mussten jedoch wegen zu hohen Wasserstandes umkehren. Dafür suchten sie die trockenere Nebelhöhle auf.

Willi Kopp berichtet: „Wir durchsuchten jedes Loch und jede Spalte. Da auf einmal fällt mein Auge auf ein handgroßes Loch in der hintersten Ecke der Höhle. Ich leuchtete hinein, doch der Schein des Lichts fällt auf keinen Hintergrund. Hier muß also eine beträchtliche Erweiterung sein […]“.

In der Tat hatten die beiden die schon früher vermutete Fortsetzung der Nebelhöhle entdeckt. Diese „Neue Nebelhöhle“ war mit wunderbaren weißen und hellgelben Tropfsteinen reich geschmückt.

Eine Vermessung ergab ihre Zugehörigkeit zur Ortschaft Genkingen.Die bisherige, jetzt die „Alte Nebelhöhle“, lag auf der Gemarkung von Oberhausen. Die Genkinger forderten nun die Abänderung des seit 1848 bestehenden Vertrages, der ein Teilen der Einnahmen nur am Pfingstmontag, dem Tag des Nebelhöhlenfestes, vorsah, für den Rest des Jahres aber alle Einnahmen Oberhausen zuschlug. Weil Oberhausen das ablehnte, erstellten die Genkinger einen eigenen Zugang zu „ihrer“ Höhle. Über diesen 1920/21 gegrabenen Stollen besucht man noch heute die Höhle.

Impressionen

"Unter andern Felsen ist insonderheit einer, durch welchen eine sehr lange Höle geht, darein die Leuthe offt mit Lichtern gegangen und kein Ende haben finden können."

Martin Crusius, 1596


"Im Winter ist es warm / und steigt ein mercklicher Dampff heraus / im Sommer aber ist es kühl."

W.C. Wölfing, 1715


"Gleich anfangs geht es sehr tief bergab, als in einen tiefen Keller, auf einem leimichten und nassen Boden, und nachdeme man ungefehr 12 Schritte abwärts gethan hat, so siehet man über sich eine Oefnung I, gleich einem Schornstein, durch welche etwas Licht in die Höhle fället."

Perennon, 1790


"Es ist übrigens wohl möglich, daß die Höhle, wie dies bey den meisten Höhlen der Alp der Fall ist, in unbekannten und unzugänglichen Klüften sich fortsetzt, und es ist sogar wahrscheinlich; denn ? eine starke Viertelstunde von der Höhle, gibt der Hufschlag  des Pferdes denselben hohlen Ton von sich, wie über der Höhle selbst."

OAB, 1824


"Das ältestbekannte, berühmteste und imposanteste von diesen Subterraneen ist die Nebelhöhle, obgleich sie durch die jährliche Beleuchtung mit viel tausend Talglichtern viel vom feenartigen Schimmer der Tropfsteine verloren hat."

Gustav Schwab, 1837