Nebelhöhlenfest

Der eben zum Kurfürsten erhobene Friedrich I. wollte das lange bekannte und berühmte „Nebelloch“ im Jahr 1803 selbst besuchen. Für diesen hohen Besuch scheuten Stadt und Amt Pfullingen keine Kosten.

Die Höhle wurde über einen bequemen Weg erschlossen. Eine Holztreppe, Bretterwege und Holzgeländer sorgten für einen angenehmen Höhlenbesuch. Drei Brücken überspannten die Klüfte der Höhle und der Eingang wurde mit einer Tür versehen.

Eine Beleuchtung, die begeistert

Den größten Eindruck auf die Besucher machte aber die einmalige Beleuchtung. Mit viel Aufwand und über 1000 Kerzen wurde die Höhle zum ersten Mal in ihrer Geschichte vollständig ausgeleuchtet. Die Kerzen verteilte man dazu auf Felsen und Steinen, auf dem Geländer, ja sogar auf den Sprossen extra aufgestellter Leitern.

Die Besucher waren derart begeistert, dass diese Beleuchtung schon zwei Wochen später und noch mehrere Male im Jahr 1803 wiederholt wurde. In den Folgejahren entwickelte sich daraus der Brauch, einmal jährlich, jeweils am Pfingstmontag, die Nebelhöhle festlich auszuleuchten. Das Nebelhöhlenfest war entstanden.

Großen Zulauf erhielt das Fest nach Erscheinen von Hauffs Roman „Lichtenstein“ (1826). Man sang das „Ulrichslied“ von den Höhen der „Oberen Höhle“, die heute „Ulrichshöhle“ heißt, spielte zuweilen sogar Szenen aus dem Roman nach.

Das Anbinden der Schwäbischen Alb an den Eisenbahnverkehr gegen Ende des 19. Jahrhunderts ließ die Besucherzahlen weiter steigen, so dass 1876/77 ein zusätzlicher Ausgangsstollen gebaut wurde.

Bis zu 40 000 Besucher aus ganz Württemberg

Seinen Höhepunkt erlebte das Nebelhöhlenfest aber in den Jahren 1901-03, als Hauffs Roman in den Honauer „Lichtensteinfestspielen“ seine Umsetzung auf der Bühne fand. In diesen Jahren sollen zum Nebelhöhlenfest 30 000 bis 40 000 Besucher aus ganz Württemberg angereist sein.

Noch heute wird das Nebelhöhlenfest jährlich am Pfingstwochenende gefeiert. Die überregionale Bedeutung von einst hat es aber verloren.

Impressionen


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