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Höhlenentstehung und Tropfsteinwachstum

Vor rund 200-140 Mio. Jahren war ganz Süddeutschland vom Jurameer bedeckt. Sedimentation, Kieselschwamm- und Korallenriffe bildeten mächtige Ablagerungen, die über Jahrmillionen hinweg versteinerten.

Plattentektonische Bewegungen hoben das Gelände an. Das Meer zog ab und im Gestein bildeten sich unzählige Risse und Spalten. Versickerndes Regenwasser schuf über einen Zeitraum von 5 bis 10 Mio. Jahren durch Auswaschung und Korrosion die Höhle in ihrer heutigen Gestalt.

Von der Spalte zur Höhle

Im Wasserhöhlen-Stadium entzog die entstehende Höhle der höher liegenden Umgebung viel Wasser. Die noch kleinen Spalten und Klüfte waren permanent mit Wasser angefüllt und Auswaschung und Kalkauslösung gingen vermutlich relativ schnell vonstatten. In diesem Stadium sind auch die Deckenkolke und „Kamine“ entstanden. Mischungskorrosion, die Vermischung von Wasser mit unterschiedlicher Kalksättigung, ermöglichte erneute Kalklösung und führte so zu einer Gestaltung der Höhlendecke, die auf den ersten Blick wie von Strudeln ausgewaschen erscheint.

Mit dem Anwachsen der Höhle und der Eintiefung der umliegenden Täler wandelte sich die Wasserhöhle zur Flusshöhle. Aus dieser Zeit – vor rund 2 Mio. Jahren – stammen auch die in der „Urhöhle“ gefundenen Biberzähne.

  Als dann auch der Höhlenbach versiegte und der Höhlenboden trocken fiel, stand dem Wachstum der Tropfsteine nichts mehr im Wege. Vereinzelt mögen sie aber schon im Flusshöhlen-Stadium zu wachsen begonnen haben.

Steter Tropfen mehrt den Stein

Beim Tropfsteinwachstum kommt es zur chemischen Umkehrung des Kalklösungsprozesses. Kalk wird  abgeschieden. Wie schnell ein Tropfstein wächst, ist von mehreren Faktoren abhängig. Die Tropfrate spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Menge des gelösten Kalks im Sickerwasser oder die Möglichkeit, durch Konzentrationsausgleich Kalk abzulagern.
Infolgedessen schwankt die Geschwindigkeit des Tropfsteinwachstums von Höhle zu Höhle stark. Als groben Richtwert kann man für die Karls- und Bärenhöhle ein Wachstum von 1 cm3 in ca. 60 - 80 Jahren annehmen.

Impressionen

"Die Höhle selbst liegt im dichten Jurakalk, nicht im Juradolomit, wie die Fränkischen Höhlen, sie liegt beinahe in gleicher Höhe mit der Nebelhöhle."

Schwäbische Chronik, 1834


"Ein Gnomensaal thut sich dem entzückten Blick auf, mit reichem Faltenwurf des Stalactits bekleidet, geschmückt mit Altären, Orgeln, Säulen zu Nischen gehöhlt, aus denen weißverhüllte Gestalten uns entgegentreten."

Anonym, 1834


"Während diesen Besuchen wurden auf dem Schutthaufen, welcher sich unmittelbar unter der Oeffnung befindet, mehrere goldene und metallene Ringe, Bruchstücke von Gefässen und andern Gegenständen, gefunden."

C. Rath, 1834


"Von den Klüften, welche dem Gebirge dieses eigenthümliche Gepräge geben, sind nun freilich die meisten für immer in seinem Schooße verborgen."

Heinrich Schreiber, 1846


"Noch jetzt ist das Gewölbe mit zackigen Stalaktiten dicht behängt, welche oft nur die Dicke eines Gänsefederkieles haben, hohl und durchsichtig sind, aber oft bis 1 m Länge besitzen; an ihrem unteren offenen Ende glänzen kristallklare Wassertropfen, welche in der Beleuchtung einen schönen Anblick gewähren."

OAB, 1893